Wunsch nach Mitgestaltung als Berufswahlmotiv – eine qualitative Analyse zur Berufswahl von Studierenden der Sonderpädagogik

In den letzten Jahren ist der Bedarf an ausgebildeten Sonderpädagog:innen in Deutschland gestiegen, was mit der Einrichtung neuer Studienstandorte einherging. Es hat sich gezeigt, dass zukünftige Sonderpädagog:innen vor allem mit Blick auf ein inklusives Schulsystem ausgebildet werden sollten. Inkl...

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Main Authors: Ralf Schieferdecker, Veronika Dumbacher, Teresa Sansour, Gregor Frirdich
Format: Article
Language:deu
Published: Prof. Dr. Dieter Katzenbach, Prof. Dr. Michael Urban 2025-01-01
Series:Qualifizierung für Inklusion
Subjects:
Online Access:https://www.qfi-oz.de/index.php/inklusion/article/view/160
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author Ralf Schieferdecker
Veronika Dumbacher
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description In den letzten Jahren ist der Bedarf an ausgebildeten Sonderpädagog:innen in Deutschland gestiegen, was mit der Einrichtung neuer Studienstandorte einherging. Es hat sich gezeigt, dass zukünftige Sonderpädagog:innen vor allem mit Blick auf ein inklusives Schulsystem ausgebildet werden sollten. Inklusion, aber auch andere, zum Teil disruptive Veränderungsprozesse stellen Lehrkräfte in ihrer täglichen Arbeit vor besondere Herausforderungen. Wie kommt es vor diesem Hintergrund zu einer Entscheidung für ein Studium der Sonderpädagogik? Welches Berufsverständnis liegt dieser Berufswahl als Sonderpädagog:in zugrunde? Die vorliegende Analyse bezieht sich auf 416 biographische Texte von Studierenden zu ihren Berufswahlmotiven, die an acht Hochschulen aus fünf Bundesländern erhoben und inhaltsanalytisch ausgewertet wurden. Es zeigt sich, dass mit dem gewählten Studium die Vorstellung von Handlungsautonomie in der sonderpädagogischen Berufsausübung verbunden wird, die sich auf den drei Ebenen Gesellschaft, Bildungssystem und Interaktion mit den Schüler:innen verorten lässt. Im Vergleich zum Regelschullehramt werden Möglichkeiten zum autonomen Arbeiten im Bereich der Sonderpädagogik als ausgeprägter antizipiert und Argumentationsmuster der Abgrenzung vom Regelschullehramt beschrieben. Unabhängig davon, ob auf kleinere Lerngruppen, ein anderes Leistungsverständnis oder vielfältigere Berufsperspektiven verwiesen wird, stets ist der Gegenpol das Regelschullehramt. Der Beitrag diskutiert die Ergebnisse auch vor dem Hintergrund des Einsatzes zukünftiger Sonderpädagog:innen in inklusiven Settings und der damit verbundenen Anforderung an Kooperation. Abstract In recent years, the demand for trained special needs teachers in Germany has increased, which has been accompanied by the establishment of new study centres. It has become clear that future special needs teachers should be trained with an inclusive school system in mind. Inclusion, but also various other, sometimes disruptive change processes, present teachers with particular challenges in their daily work. Against this backdrop, how does the decision to study special needs education come about? What professional understanding underlies this career choice as a special needs teacher? The present analysis refers to 416 biographical texts from students on their career choice motives, which were collected at eight universities from five federal states and analysed in terms of content. It shows that the selected degree programme is associated with the idea of autonomy of action in the special education profession, which can be located on the three levels of society, the education system and interaction with pupils. Compared to the regular school teaching profession, opportunities for acting autonomously in the field of special needs education are anticipated as more pronounced and patterns of argumentation for differentiation from the regular school teaching profession are described. Regardless of whether reference is made to smaller learning groups, a different understanding of performance or more diverse career prospects, the opposite pole is always the mainstream teaching profession. The article also discusses the results in light of the deployment of future special needs teachers in inclusive settings and the associated requirement for cooperation.
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institution Kabale University
issn 2699-2477
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publisher Prof. Dr. Dieter Katzenbach, Prof. Dr. Michael Urban
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Veronika Dumbacher
Teresa Sansour
Gregor Frirdich
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